Microsoft richtet sich neu aus

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Microsoft richtet sich neu aus

Microsoft-CEO Satya Nadella hatte vor rund drei Jahren die neue Marschrichtung vorgegeben. Mit „Cloud first, Mobile first“ versucht der Software-Gigant seitdem, im rauen Wind des sich immer schneller drehenden Innovationskarussells zu bestehen.

Im Jahr 2017 hat Microsoft nun eine weitere Runde eingeläutet. Auf der internationalen Partnerkonferenz „ Inspire “, die im Juli in Washington stattfand (übrigens mit über 600 deutschen Microsoft Partnern die „deutscheste“ Partnerkonferenz aller Zeiten) wurden zunächst die Partner darüber informiert, dass sich Microsoft neu aufstellen will: Künftig soll nicht mehr der Verkauf von Lizenzen im Vordergrund stehen, sondern die Unterstützung der Kunden bei der Digitalen Transformation. Nicht mehr der „Revenue“ steht im Fokus, sondern die „Consumption“ – also die tatsächliche Nutzung der (Cloud-)Technologien aus Redmond.

Weltweit sollen im Rahmen dieser Neuausrichtung 18.000 Stellen abgebaut werden – interessanterweise aber nicht in Deutschland. Zwar wird es auch hierzulande zu personellen Veränderungen kommen, aber unter dem Strich soll der Headcount bei Microsoft Deutschland sogar noch wachsen.

Weg von reiner Vertriebspower hin zu Fach- und Lösungskompetenz – das ist die Parole. Nicht mehr das einzelne Softwareprodukt soll im Mittelpunkt stehen, sondern das konkrete Anwendungsszenario mit all seinen Facetten.

Inwieweit sind hiervon nun die Mitgliedsfirmen des Microsoft Business User Forums betroffen?

Es wird zeitnah vermutlich zu Veränderungen in der Betreuung kommen. Waren bislang die Kunden eher nach Firmengröße („Seats“) zugeordnet, will man künftig nach Branche und Potenzial für die Digitale Transformation segmentieren. Die Betreuung – das ist das Ziel – soll wertiger werden.

Unternehmen mit hohem Potenzial fallen künftig in das „Enterprise“-Segment, Unternehmen mit geringerem Potenzial werden SMC (Small / Medium / Corporate) zugeordnet. Unternehmen im Enterprise-Segment kommen von Fall zu Fall sogar in den Genuss einer besonderen Vor-Ort-Betreuung durch eine Customer Success Unit (CSU) – Personal von Microsoft, das in den Unternehmen im Rahmen eines Transformationsprojekts mitarbeitet. Erfreulicherweise werden wohl die meisten mbuf Mitgliedsfirmen dem Enterprise Segment zugeschlagen – was auch ein Indikator für die besondere Stärke unserer Mitgliedsfirmen sein mag.

Wir werden – das ist absehbar – insbesondere in unserer Arbeitsgruppe CIO Kreis darüber zu diskutieren haben, ob und wie sich dieser Wandel in den Mitgliedsunternehmen auswirkt. Microsoft hat ganz klar signalisiert, dass man auch diesbezüglich in den Dialog mit mbuf einsteigen möchte.

Die Neuausrichtung von Microsoft ist nachvollziehbar und verständlich. Ob sie wirklich im angedachten Umfang gelingt, muss in den nächsten Monaten kritisch geprüft werden. Bislang hatte sich der Monopolist eher weniger um die tatsächlichen „Needs“ seiner Unternehmenskunden gekümmert und zum Beispiel die oft drückenden Schnittstellenprobleme bei der Anbindung von Drittanbieter-Lösungen schlichtweg ignoriert. Wenn sich Microsoft – auch mit Hilfe seiner Partner – tatsächlich vom Softwareanbieter zum Lösungsanbieter mit Branchenexpertise wandeln will, dann muss deutlich „tiefer abgetaucht“ werden, und die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden müssen mehr in den Fokus rücken.

Die Rolle von mbuf wird durch diese Neuausrichtung wichtiger denn je: Wenn der Softwareriese Microsoft wirklich tiefer in die technologischen Details seiner Unternehmenskunden abtauchen möchte, wirklich Technologiepartner sein will – dann kann mbuf die Anforderungen der Unternehmen sammeln, bündeln und vorbringen. Damit wird mbuf sozusagen Mittler zwischen den Welten; ein bidirektionaler Informations- und Kommunikationskanal. Am Ende sollte getreu eines alten Werbeslogans aus der Automobilbranche ein klares „Wir haben verstanden!“ stehen.

By | 2017-08-25T12:43:55+02:00 Freitag, 25. August 2017|Arbeitsgruppen, Microsoft|0 Kommentare

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