Berichte aus der Arbeitsgruppe

Lesen Sie hier immer den aktuellen Bericht aus der Arbeitsgruppe CIO Kreis.

Hybride Konferenzen und Künstliche Intelligenz 

Vorträge zum Thema IT-Systemarchitektur, Sustainability und die Kontrolle von Schatten-IT sowie eine Führung durch das Microsoft Tehnology Center mit Use Cases für Künstliche Intelligenz und Cloud-Services waren die Themen der mbuf Arbeitsgruppe CIO-Kreis am 30. November. 

Das Treffen des CIO-Kreises fand im sogenannten Hive der Microsoft-Zentrale in München statt. Der IT-Dienstleister medialessons hat hier einen Konferenzraum eingerichtet, der mit künstlicher Intelligenz hybride Konferenzen erleichtern soll. Microsoft Teams sorgt mit einigen Erweiterungen dafür, dass die Online-Teilnehmer dieselben Eindrücke bekommen wie das Publikum im Raum. Schwenkbare Kameras rücken beispielsweise die Sprecher automatisch ins Bild. Azure Cognitive Services erkennen die Reaktionen im Raum und übersetzen sie für die virtuellen Gäste in Zustimmung oder Applaus. Damit die virtuell zugeschalteten Sprecher im Raum gut sichtbar sind, zeigen die Monitore im Konferenzraum Emoticons aus Teams. Hebt jemand online die Hand für eine Wortmeldung, leuchtet im Raum eine Lampe auf. „Von der Gestaltung her finde ich diesen Konferenzraum sehr gelungen“, berichtet Dr. Klaus Rotter, einer der Leiter der mbuf Arbeitsgruppe CIO-Kreis. „Bei meinem Vortrag konnte ich einfacher als in konventionellen Teams-Meetings erkennen, wenn sich jemand zu Wort meldet und durch die intelligente Raumsteuerung deutlich besser mit den remote Teilnehmern interagieren 

Ein Modellierungs-Framework für die IT-Architektur 

Inhaltlich startete die mbuf Arbeitsgruppe mit einem Workshop zum Thema IT-Systemarchitektur. Es geht dabei um die Frage, wie eine IT-Abteilung die hauseigene Systemarchitektur so visualisiert, dass sie darüber mit den Anwendern, den Controllern und dem Vorstand diskutieren kann. Im Initialvortrag zieht Christian Bacher von Lusini Solutions zunächst einen Vergleich zum Hausbau, wo der Kunde einen Architekten für die Ideengestaltung und einen Bauträger für die Umsetzung hinzuzieht. Der Unterschied dabei: Anders als ein Haus ändert sich die IT ständig, weil Systeme überaltern, nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen, oder weil sich Business-Anforderungen oder Compliance-Bestimmungen ändern.

Der Überblick der Unternehmen ist über alle Systeme und Prozesse unterschiedlich gut und reicht von Darstellungen in Visio oder Excel hin zum Event Streaming nach dem Archimate Modell. Im Gegensatz zu klassischen Modellierungs-Tools wie Aris, die ausschließlich die Prozesse fokussieren, schafft das Archimate-Framework einen Match zwischen Prozessen, Systemen und Daten. Da bislang erst wenige AG-Teilnehmer Erfahrungen mit Archimate haben, sollen die Diskussion und der Erfahrungsaustausch bei einem der kommenden Treffen vertieft werden. 

 

CO2-Einsparung und Ausgleichsmaßnahmen 

Der zweite Beitrag behandelte das Thema Sustainability. Christoph Schenek, Sustainability Lead bei Microsoft, hat dargestellt, wie sich das Unternehmen aufstellt, um bis 2030 CO2-neutral zu werden. Die gesetzlichen Grundlagen hierzu umfassen unter anderem das Lieferkettengesetz, das einen rechtlichen Rahmen für den Schutz der Umwelt sowie der Menschenrechte entlang der Lieferkette schafft, sowie die EU-Initiative “Corporate Sustainability Reporting”, nach der Unternehmen künftig ihre Aktivitäten diesbezüglich nachweisen müssen. 

Weil sich der CO2-Ausstoß niemals komplett vermeiden lässt, geht es laut Schenek immer um die Balance zwischen CO2-Reduzierung und Ausgleichsmaßnamen wie etwa das Aufforsten von Wäldern. Über eine Lösung namens Sustainability Manager erfahren Unternehmen laut Microsoft künftig, wie ihr CO2-Fußabdruck aussieht, wenn sie Cloud-Services von Microsoft wie Office 365 oder Azure nutzen.  

Schatten-IT finden und klassifizieren 

Das dritte Thema kam vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) der RWTH Aachen und handelte von sogenannter ‘Schatten-IT‘ in Unternehmen. Dieser Begriff bezeichnet IT-Systeme, welche Fachbereiche in einem Unternehmen ohne die Anleitung und teilweise auch ohne Wissen der IT-Abteilung installiert haben. Das reicht von Excel-basierten Workarounds, die die offiziellen IT-Systeme des Unternehmens umgehen, bis hin zu Low-Code-Anwendungen. „Unternehmen wollen die Schatten-IT aufdecken und in einer Matrix klassifizieren, ob es sich dabei möglicherweise um Systeme handelt, die eines Tages geschäftskritisch werden können, weil sie beispielsweise in der Qualitätssicherung zum Einsatz kommen“, berichtet Dr. Rotter. Das FIR hat ein frei verfügbares Tool namens Legitimise IT erstellt, das genau das leistet. „Gerade bei Low-Code Systemen ist künftig eine Governance nötig, um einen Wildwuchs zu verhindern“, erläutert er weiter. „Bei aller Schatten-IT ist die Gretchenfrage, wie die IT-Abteilung diese überhaupt findet und wer sie am Ende professionell supportet.“ 

Vier Use Cases für Künstliche Intelligenz 

Am Nachmittag gab es eine einstündige Führung durch das Technology Center von Microsoft. Hierbei wurden mehrere Showcases präsentiert, bei denen Künstliche Intelligenz und Cloud-Services zum Einsatz kamen. Beispielsweise intelligente Tags, bei denen der Handel während der Happy Hour für ein bestimmtes Produkt die Preisauszeichnung über die Cloud ändern kann. Mit einer Anwendung, die in Zusammenarbeit mit PwC entstanden ist, erkennen Unternehmen auf Basis Künstlicher Intelligenz den Zustand der Maschinen in Fertigungsanlagen und die Störungen im Fertigungsprozess. Ein weiteres Beispiel zeigt den Einsatz der Microsoft HoloLens in der Medizin. Eine Smartphone-App wiederum erleichtert sehbehinderten oder gar blinden Menschen die Orientierung am Bahnsteig und beim Einsteigen in den Zug. 

Die Treffen des CIO-Kreises in 2023 sind für Anfang März, Anfang Juli sowie Ende Oktober/Anfang November geplant. Themen sind das Archimate Modelling, Low Code/No Code, extern betriebene Security Operations Center sowie der Einsatz von Cloud-Apps in der Operational IT. Jürgen Frisch 

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